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Call für die nächste Ausgabe (Nr. 105): Feministische und intersektionale Perspektiven auf Obdach- und Wohnungslosigkeit

Alle Jahre wieder: Auch wenn spätestens mit der letzten Hitzewelle deutlich geworden sein dürfte, dass Obdach- und Wohnungslosigkeit ein Ganzjahresthema ist, mehren sich mit der kommenden Winterzeit nun bald auch wieder Berichte über und Spendenaufrufe für Menschen, die ohne eigene Wohnung in der Kälte überleben müssen. Während dies kurzzeitig Menschen helfen mag, bleibt die Heterogenität der Erfahrung eines Lebens ohne eigene Wohnung und ihre strukturellen und politischen Ursachen meist im Dunkeln. Mit der diesjährigen Weihnachtsausgabe der Georundmail springen wir auf den Zug der saisonalen Aufmerksamkeit auf, um darüber hinaus zu blicken. Hierfür suchen wir Beiträge, die sich mit Wohnungs- und Obdachlosigkeit aus feministisch-geographischer Perspektive auseinandersetzen.

Obdach- und Wohnungslosigkeit verstehen wir ausdrücklich weit und intersektional. Wir freuen uns deshalb über Beiträge, die Intersektionen von Obdach- und Wohnungslosigkeit mit Geschlecht, Klasse, Rassismus, Flucht und Migration, Behinderung, chronischer Erkrankung, Alter, Queerness, Familienform und aufenthaltsrechtlichem Status behandeln und sich auch mit heterogenen Formen von Wohnungs- und Obdachlosigkeit und ihren politischen und räumlichen Produktionsbedingungen befassen. Dies umfasst demnach nicht nur sichtbare Obdachlosigkeit und das Schlafen auf der Straße, sondern auch verdeckte, prekäre, institutionalisierte und fluide Formen des Wohnens und Nicht-Wohnens - etwa im Kontext ihrer institutionellen Bearbeitung, von multiplen sozialen und ökologischen Krisen oder Selbstorganisation und Widerstand. Auch Fragen eigener Forscher*innenrollen, von Forschungsethik sowie partizipativer und widerständiger Wissensproduktion sind herzlich willkommen.

Die genannten Themen sind als Anregungen zu verstehen. Weitere Perspektiven sind ausdrücklich willkommen. Möglich sind unterschiedliche Formen des Wissens und Schreibens, beispielsweise:

  • strukturelle und theoretische Beiträge & empirische Forschungsbeiträge,
  • Erfahrungsberichte, autobiografische und essayistische Texte,
  • Interviews, Gespräche und dialogische Beiträge,
  • künstlerische oder visuelle Auseinandersetzungen,
  • Rezensionen wissenschaftlicher, literarischer oder autobiografischer Veröffentlichungen.

Die Beiträge sollten einen Umfang von max. 10 Seiten haben.

Für die Planung der Ausgabe würden wir uns über eine formlose Interessensbekundung bis zum 25. September an Luise Klaus (klaus@em.uni-frankfurt.de) mit folgenden Angaben freuen:

  • Name und Kontaktmöglichkeit,
  • einem vorläufigen Thema oder Arbeitstitel,
  • der gewünschten Beitragsform.

Ein Abstract ist nicht erforderlich. Deadline zur Einreichung der Beiträge ist der 22. Oktober, sodass die Ausgabe im Dezember 2026 erscheinen kann.

Wir freuen uns darauf, mit der Ausgabe vielfältigen Perspektiven und unterschiedlichen Wissensformen Raum zu geben und Obdach- und Wohnungslosigkeit als politische, gesellschaftliche und alltägliche Realität verstehbar zu machen.

Tobias Breuckmann, Luise Klaus, Nadine van der Meulen und Katharina Schmidt


Die feministische Geo-RundMail erscheint vierteljährlich mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunktthemen und wird an die Abonnent_innen per Email versandt. Zum Schwerpunktthema werden u.a. aktuelle Analysen, Forschungsprojekte, Literatur, Aktivitäten an einzelnen Instituten oder Erfahrungen in der Lehre vorgestellt. Neben den Beiträgen zum Schwerpunkt werden Informationen zur feministischen Geographie und verwandten Gebieten feministischer Sozialforschung gebündelt (Tagungsankündigungen und -berichte, aktuelle Publikationen, Informationen zur Hochschulpolitik etc.). Die feministische Geo-RundMail wird von unterschiedlichen Herausgeber_innen mit Interesse an Feministischer Geographie und/oder Genderforschung in der Geographie gestaltet, die an verschiedenen Universitäten und Institutionen arbeiten. Das heißt, die Feministische Geo-RundMail lebt von der aktiven Mitarbeit aller Abonnent_innen und anderer interessierter Leser_innen.

Die feministische Geo-RundMail erscheint seit Oktober 2003 im Januar, April, Juli und Oktober. Hinweise auf Tagungen, Berichte und Diskussionsbeiträge sind jederzeit willkommen, genauso wie das Angebot eine Herausgabe zu gestalten. Die Sprecherinnen des AK Feministische Geographien koordinieren die Ausgaben (speaker@ak-feministische-geographien.org). Falls ihr selber Lust habt, eine Ausgabe herauszugeben oder euch erstmal darüber informieren möchtet, meldet euch gerne bei Janne Martha Lentz (janne.lentz(at)posteo.de).

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