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Call für die nächste Ausgabe (Nr. 101) "Feminist fabulative futures"

Repräsentationen von Zukünften sind omnipräsent: sie begegnen uns in Szenarien, Vorhersagen, Planungen, Roadmaps, Politiken und Apokalyptischen Filmen. Tasächlich entpuppen sich viele Auseinandersetzungen mit der Zukunft bei genauerem Hinsehen als Auseinandersetzungen mit der Gegenwart: So werden in Zukunftserzählungen bestimmte Gegenwarten linear fortgeschrieben oder mit ihnen gebrochen. So können vermeidlich gerechtere, schönere, wünschenswertere Zukünfte in utopischen Entwürfen gegenwärtige Ungerechtigkeiten sichtbar machen. Diese Kritik der Gegenwart durch die Erzählung der Zukunft hat lange Tradition im Genre der Utopie. Durch das Fortschreiben oder Überhöhen bestimmter Gegenwarten in Apokalyptischen Erzählungen problematisieren Gegenwarten ebenso und können eine Dringlichkeit zum Handeln, zur Veränderung ausdrücken. Klimawandelzukünfte, zum Beispiel, vermitteln ob ihrer Dramatik eine Dringlichkeit zum Handeln in der Gegenwart.  

In jedem Fall scheint es aus feministischer Perspektive lohnenswert, sich selbst an der Produktion von Zukünften zu beteiligen aber auch bestehende Zukunftserzählungen kritisch zu diskutieren. 

In diesem Sinne, möchten wir einerseits zum Fabulieren einladen. Fabulieren, so sagt es der Duden, bezeichnet Rumspinnen, Ausdenken, Erdichten, Erzählen, Fantasieren. Es beschreibt damit eine kreative Auseinandersetzung mit Etwas. In diesem Fall mit dem Zukünftigen. Mit dem, was sein kann. Oder vielmehr damit, was wir fabulieren, was sein kann. 

Wie können feministische Anliegen in Zukunftserzählungen verhandelt werden?
Wie sehen feministische Zukunftserzählungen aus?
Welche Geschichten wollen wir erzählen?

Andererseits möchten wir dazu einladen, bestehende Zukunftserzählungen in Planungen, Roadmaps und Szenarien als Fabulationen zu begreifen. Dabei können implizite Annahmen über die Gegenwart herausgearbeitet werden und die Leerstellen benannt und gefüllt werden.

Wessen Perspektive wird in bestehenden Zukunftserzählungen nicht mit einbezogen? 
Wer hat wie die Möglichkeit über Zukünfte zu spekulieren?
Wessen Zukünfte werden nicht gesehen?

Diese und weitere Fragen wollen wir in dieser Ausgabe der FemGeo-Rundschau gemeinsam erforschen, in Form von Debattenbeiträgen, Essays, spekulativen Geschichten und anderen kreativen Annäherungen. Dafür bitten wir um Einreichungen unterschiedlichster Formate (natürlich kann auch ein klassisch wissenschaftlicher Text dabei sein), die sich diesen und weiteren Fragen nähern. Wir bitten um eine kurze Interessensbekundung für Beiträge (2 Sätze zum Inhalt) bis zum 25.02.25 bei Annabelle Müller (annab.mueller[at]em.uni-frankfurt.de) und Alina Gombert (gombert[at]em.uni-frankfurt.de). Die Frist für die Einreichung der fertigen Beiträge in ihrer unterschiedlichen Form ist dann der 15.04.25.

Darüber hinaus wollen wir in einem Feminist Flash Fiction Workshop mit Anke Schwarz (https://ankeschwarz.net/broken-binary-shorts/) über feministische Zukünfte spekulieren und selbst ins Schreiben kommen. Der Workshop findet am Donnerstag, 10.04.2025 von 18-20 Uhr online statt. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die hier entstandenen Texte können, müssen aber nicht, im Rahmen der Rundmail erscheinen. Bei Interesse meldet euch bis 25.02.2025 bei anke.schwarz[at]geo.uni-halle.de zum Workshop an.

Wir freuen uns über zahlreiche, auch kreative Einreichungen und Anmeldungen zum Schreibworkshop!
Alina und Annabelle


Die feministische Geo-RundMail erscheint vierteljährlich mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunktthemen und wird an die Abonnent_innen per Email versandt. Zum Schwerpunktthema werden u.a. aktuelle Analysen, Forschungsprojekte, Literatur, Aktivitäten an einzelnen Instituten oder Erfahrungen in der Lehre vorgestellt. Neben den Beiträgen zum Schwerpunkt werden Informationen zur feministischen Geographie und verwandten Gebieten feministischer Sozialforschung gebündelt (Tagungsankündigungen und -berichte, aktuelle Publikationen, Informationen zur Hochschulpolitik etc.). Die feministische Geo-RundMail wird von unterschiedlichen Herausgeber_innen mit Interesse an Feministischer Geographie und/oder Genderforschung in der Geographie gestaltet, die an verschiedenen Universitäten und Institutionen arbeiten. Das heißt, die Feministische Geo-RundMail lebt von der aktiven Mitarbeit aller Abonnent_innen und anderer interessierter Leser_innen.

Die feministische Geo-RundMail erscheint seit Oktober 2003 im Januar, April, Juli und Oktober. Hinweise auf Tagungen, Berichte und Diskussionsbeiträge sind jederzeit willkommen, genauso wie das Angebot eine Herausgabe zu gestalten. Die Sprecherinnen des AK Feministische Geographien koordinieren die Ausgaben (speaker@ak-feministische-geographien.org). Fragen zur Geschichte oder Zielrichtung der feministischen Geo-RundMail beantwortet Dr. Sarah Klosterkamp (s.klosterkamp@uni-bonn.de)

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