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Call für die nächste Ausgabe (Nr. 104) "Feministische Perspektiven auf Austerität und Krise"
Die nächste Ausgabe der FemGeo Rundmail soll sich mit feministischen Perspektiven auf Austerität und Krise beschäftigen. Das umfasst für uns Kürzungen öffentlicher Ausgaben als Reaktion auf sozio-ökonomische Krisen. Im Sinne neoliberaler Sparpolitiken erfolgen dabei eine ökonomische Priorisierung bei der Verteilung von Geldern und eine (Re)privatisierung von Zuständigkeiten. Diese basieren auf der systematischen Abwertung und Ausbeutung vermeintlich unproduktiver Sorgearbeiten. So sind insbesondere die Bereiche der öffentlichen Fürsorge und der Versorgungsinfrastruktur wie das Gesundheitswesen, der soziale Wohnungsbau, Bildung, Sozialhilfe oder Kinderbetreuung von Sparmaßnahmen betroffen - Sektoren, die hinsichtlich der Nutzer*innen sowie Beschäftigten stark geschlechtsspezifisch strukturiert sind. Damit äußern sich Austeritätspolitiken insbesondere in der Veränderung sozialräumlicher Strukturen und der Verstärkung bereits bestehender geschlechtsbezogener sozio-ökonomischer Ungleichheiten.
Wir sind daher besonders an Beiträgen interessiert, die den konkreten Einfluss dieser Ungleichheiten auf das alltägliche Leben und dessen sozialer Reproduktion untersuchen. Dabei kann auf den Zusammenhang zwischen alltäglichen Praxen und ökonomischer Reproduktion sowie Verflechtungen von race- und klassenspezifischen Dynamiken in der ökonomischen Exklusion sowie der sozial-räumlichen Verortung von Körpern eingegangen werden. Darüber hinaus, können (kollektive) Formen des Widerstandes und Perspektiven der Solidarität behandelt werden, auch in Bezug darauf, inwiefern dadurch vorherrschende neoliberale Diskurse, Politiken und Praxen herausgefordert werden. Wir freuen uns auch über Beiträge, die eine Verbindung zwischen Austerität als Krisenlösungsstrategie und antifeministisch-neokonservativen Diskursen ziehen oder alternative Konzepte wie das der feministischen Sorgeethik einbinden. Natürlich können auch hier nicht konkret benannte Themen und Schwerpunkte gewählt und eigene Zusammenhänge hergestellt werden!
Verschiedenste Formen von Beiträgen sind willkommen: Einblicke in laufende Forschungsarbeiten, konzeptionelle Überlegungen, Critical Mappings, Gedichte, Interviews, Zines, Kochrezepte oder selbstgedrehte Videos, etc. Wir möchten aber auch Raum schaffen für Alltagswahrnehmungen und aktivistische Beiträge sowie intersektionale- queerfeministische Perspektiven und Zugänge abbilden. Gerade vor unserem eigenen Hintergrund als Hochschulgruppe wollen wir insbesondere diejenigen ermutigen, die sonst selten zu Wort kommen: Erzählt uns, was ihr denkt! Entwerft Utopien, seid kreativ und lasst eure (feministische) Wut in die Beiträge fließen.
Bitte schickt eure Interessensbekundungen bis zum 20. Mai an die Hochschulgruppe für Feministische Geographien Kiel (femgeo@email.uni-kiel.de), mit folgenden Angaben: Titel, Format, Abstract (200-300 Wörter). Die Beiträge sollen bis Mitte/Ende Juni 2026 fertig sein.
Call for the next Issue (Nr. 104): "Feminist Perspectives on Austerity and Crisis“
In the next issue of FemGeo Rundmail, we would like to take a look at feminist perspectives on austerity and crisis. For us, this includes cuts in public spending in response to socio-economic crises. In line with neoliberal austerity policies, this involves economic prioritization in the distribution of funds and the (re)privatization of responsibilities. These are based on the systematic devaluation and exploitation of supposedly unproductive care work. The areas of healthcare, social housing, education, social welfare, and childcare are particularly affected – all sectors that are highly gender-specific in terms of both users and employees. Austerity policies thus particularly manifest themselves in changes to socio-spatial structures and the reinforcement of existing gender-related socio-economic inequalities.
We are therefore particularly interested in contributions that examine the concrete impact of these inequalities on everyday life and its social reproduction. These may address the connection between everyday practices and economic reproduction, as well as the intertwining of race- and class-specific dynamics in economic exclusion and the socio-spatial localization of bodies. In addition, (collective) forms of resistance can be addressed – also with regard to the extent to which they challenge prevailing neoliberal discourses, policies, and practices. We also welcome contributions that draw connections between austerity as a crisis resolution strategy and anti-feminist neoconservative discourses, or that incorporate alternative concepts such as feminist care ethics. Of course, you are also free to choose topics and focal points that are not specifically mentioned here and establish your own connections!
A wide variety of contributions are welcome: insights into ongoing research, conceptual considerations, critical mappings, poems, interviews, zines, recipes, or self-made videos, etc. However, we also want to create space for everyday perceptions and activist contributions, as well as intersectional queer-feminist perspectives and approaches. In doing so, we want to encourage those who rarely have a voice: Tell us what you think! Create utopias, be creative, and let your (feminist) anger flow into your contributions.
Please send your expression of interest until the 20th of May to the group of FemGeo Kiel (femgeo@email.uni-kiel.de), including the title, format and an abstract (200-300 words) of your submission. Final contributions should be ready by mid/end of June 2026.
Die feministische Geo-RundMail erscheint vierteljährlich mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunktthemen und wird an die Abonnent_innen per Email versandt. Zum Schwerpunktthema werden u.a. aktuelle Analysen, Forschungsprojekte, Literatur, Aktivitäten an einzelnen Instituten oder Erfahrungen in der Lehre vorgestellt. Neben den Beiträgen zum Schwerpunkt werden Informationen zur feministischen Geographie und verwandten Gebieten feministischer Sozialforschung gebündelt (Tagungsankündigungen und -berichte, aktuelle Publikationen, Informationen zur Hochschulpolitik etc.). Die feministische Geo-RundMail wird von unterschiedlichen Herausgeber_innen mit Interesse an Feministischer Geographie und/oder Genderforschung in der Geographie gestaltet, die an verschiedenen Universitäten und Institutionen arbeiten. Das heißt, die Feministische Geo-RundMail lebt von der aktiven Mitarbeit aller Abonnent_innen und anderer interessierter Leser_innen.
Die feministische Geo-RundMail erscheint seit Oktober 2003 im Januar, April, Juli und Oktober. Hinweise auf Tagungen, Berichte und Diskussionsbeiträge sind jederzeit willkommen, genauso wie das Angebot eine Herausgabe zu gestalten. Die Sprecherinnen des AK Feministische Geographien koordinieren die Ausgaben (speaker@ak-feministische-geographien.org). Fragen zur Geschichte oder Zielrichtung der feministischen Geo-RundMail beantwortet Dr. Sarah Klosterkamp (s.klosterkamp@uni-bonn.de)